Weltreise Blog

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I don`t like Cockroaches

Veröffentlicht am | 22 Oktober, 2008

Himmelherrgott, da bin ich nun noch nicht einmal eine Woche in Indien und schon muss ich Bekanntschaft mit diesen Biestern machen. Ich hatte ja gehofft, zunächst von Kakis verschont zu bleiben, aber in Goa gab es dann kein Entkommen mehr..

Als ich am Freitag letzter Woche – nach einer weiteren, teuren, einstündigen Fahrt vom Flughafen in Dabolim – mit viel Verspätung im Halbdunkeln hier in Candolim angekommen bin, war ich zunächst positiv von der Unterkunft überrascht. Das Tropicano Beach Resort habe ich übers Internet gefunden und aufgrund zahlreicher positiver Bewertungen gebucht. Die Kosten für eine Nacht waren mit 500 Rupien für die Butze, plus 300 Rupien für die Air-Condition durchaus akzeptabel. Das Zimmer hatte eine kleine Terrasse mit Tisch und Stühlen, einen Kleiderschrank, einen „Schreibtisch“ sowie ein eigenes Bad mit Dusche und western toilets. Warmes Wasser, saubere Betten – kurzum alles war schön.

Mitten in der Nacht wurde ich jedoch plötzlich wach, denn irgendwas knäckerte klickernd unter meinem großen, alten Holzbett auf den Terrakotta-Fliesen quer durch die Bude. Also Licht an und mutig über den Bettrand gelugt. Meine schlimmste Befürchtung wurde Wirklichkeit: Da spazierte in aller Seelenruhe eine Kakerlake herum, die etwa so gewaltig war, wie mein großer Zeh. Und wer meine Zehen kennt, weiß wie riesig dieses Monster gewesen sein muss. Ich bin nicht mehr sicher was dann geschah. Als ich wieder zu mir kam, lag die Kaki jedenfalls zerstört in einer Ecke. Vermutlich wurde sie von einem meiner retro-braunen Adidas Sneaker zur Strecke gebracht. Nun sind die Dinger ja nicht gleich tot. Naja, irgendwie hab ich den ungebetenen Gast dann in die Toilette manövrieren und sogar hinunterspülen können.

Selbstverständlich war an Schlaf jetzt erst einmal nicht zu denken. Ich dachte nur daran, wo die nur hergekommen sein könnte und wie ich mich in meinem kleinen Appartement verbarrikadieren kann. Nach einer halben Stunde hatte ich alle Schlitze mit Papiertaschentüchern zugestopft und den Überlauf des Waschbeckens mit Teilen meines alten Flugtickets gesichert. Irgendwann muss ich dann auch eingeschlafen sein..

Am nächsten Tag war von der nächtlichen Aktion nur noch eine undeutliche Erinnerung geblieben. Alles schien überstanden. Den Tag verbrachte ich faulenzend und sonnenbadend an einem der wirklich tollen Strände Goas. Am Abend war von Kakis in meinem Zimmer nichts zu sehen und auch die folgende Nacht verlief ruhig. Am darauf folgenden Tag sah ich aber einige tote Tiere auf der kleinen Terrasse des Zimmers neben mir liegen. Hier wohnte offenbar der Chef oder Verwalter des Objektes. Ihn schien die Anwesenheit der kleinen Krabbler aber nicht zu stören.

Ich hatte genug gesehen. Als nächstes Griff ich zum Lonely Planet Südindien – der übrigens bisher zu 100% alle meine Erwartungen erfüllt hat – und suchte mir – wie schon in Mumbai – eine dort referenzierte Unterkunft. Die Entscheidung fiel auf das Moonlight, welches nur eine Querstraße vom Tropicano entfernt war. Ich machte mich dorthin auf den Weg und vereinbarte den Umzug für den darauffolgenden Tag. Am nächsten Morgen sollte es aber noch einmal ganz schlimm kommen.

Beim Packen meiner wenigen Sachen beobachtete ich plötzlich, wie eine – zwar nur halb so große, aber dafür genauso ekelerregende – kleine Kaki aus meinem Backpack kroch! Der Schock saß tief, denn was da in meinem Kopf abging kann sich bestimmt jeder vorstellen. Nach einiger Überwindung schüttelte und rüttelte ich nun wie besessen an den Stellen, an denen ich das Tier vermutete. Nach vielen Minuten des Kampfes konnte ich zwei kleine Biester stellen und dazu bewegen sich von meinen Klamotten zu trennen. Unmittelbar danach machen die Tierchen aber auch schon Bekanntschaft mit einem Stuhlbein. Jetzt war für mich allerdings klar, dass ich meine beiden Taschen komplett ausräumen muss, um sicher zu gehen, dass kein Blinder Passagier an Bord geblieben ist.

Die Taschenkontrolle habe ich dann aber in der neuen Unterkunft vorgenommen. Das Ergebnis: Gebiet gesäubert und gesichert.

Kommentare

6 Antworten zu “I don`t like Cockroaches”

  1. Jens
    Oktober 22nd, 2008 @ 17:10

    Na da bist du aber sehr ängstlich! Vielmehr würde ich dir raten die Tierchen nicht mit dem Schuh zu zertretten, da du sonst die eierchen dran haben kannst und sie in deine neue Behausung einschleppst! Und dann, hoffentlich haben sie keine Eier in deinen Rücksack gelegt! (:-
    Aber die Tierchen werden dich auf deiner Reise noch verfolgen, oder schon vor reisen!??!

  2. Tine
    Oktober 22nd, 2008 @ 19:33

    😀 der tino und seine insektenphobie…oh je. einfach das insektenkampfspray rausholen und die biester erledigen…wenn das nich hilft…feuerzeug davor halten 😉
    drück,
    die tine

  3. Tino - Weltreise Blog
    Oktober 22nd, 2008 @ 22:48

    Ja ja, ihr habt gut Reden. Die Biester sind hier bombastisch groß, mit riesigen Klauen und großen Mäulern. Eier im Rucksack.. Jens, jetzt mach micht nicht verrückt.:O

  4. andré
    Oktober 28th, 2008 @ 04:07

    ja, hatte ich auch mal, in der türkei. die kamen aus allen löchern, groß wie eine handfläche. ich bin nicht scheu, aber da kann man angst kriegen! mein mitleid …
    p.s. und spray bringt überhaupt nichts. wie war das: nur kakerlaken würden einen atomkrieg überleben 😉

  5. Tino meets Goa | Weltreise Blog
    Oktober 28th, 2008 @ 07:51

    […] der Aktion mit den Küchenschaben habe ich mich ja nun für eine andere Unterkunft entschieden: Das Moonlight. Es ist ein kleines, […]

  6. Mandy
    November 4th, 2008 @ 22:26

    Hey Tinobino,

    trotz Deiner Ängste hast Du wahrhaftig mein Humorzentrum mit Deinem Beitrag getroffen, ich musste herzlich abschmunzeln, weil ich mir das bildhaft vorstellen kann… ich geb Dir die Hand als Leidensgenossin, denn ich trage diese Ängstlichkeiten von kleinen Krabbelkäfern ebenfalls in Geist und Körper ;o) nur ich bin in Leipzig, Du im Krabbelkäferland… ich wünsche Dir auf jeden Fall viele krabbelfreie Zonen bis zum nächsten Kommentar… ;o)))Sonnige Grüße aus Leipzig senden Mandy & Olli

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